Sustainability Day 2026

Sustainability Day 2026: Ein starkes Zeichen für nachhaltige Hochschulen

Am 22. April 2026 lud das Bündnis Nachhaltige Hochschulen anlässlich des Sustainability Day 2026 erneut zu einem vielfältigen und öffentlich zugänglichen Online-Vortragsprogramm ein. Gastgeberin der diesjährigen Veranstaltung war die Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Pölten – USTP.

Unter dem Motto  – „Mit der Macht der Daten den Planeten gestalten – Steuerungsinstrumente für nachhaltige Transformation – präsentierten Expert:innen spannende Beiträge rund um die Themen Datenmanagement & KI, Klimawandel, Energieeffizienz und Zukunftsbilder. Die Mitgliedshochschulen des Bündnisses zeigten dabei eindrucksvoll, wie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als Orte des Wandels aktiv zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können.

Fakten


Termin
22. April 2026, 09:00 bis 17:15 Uhr

Ort
Online (MS Teams)

Beiträge von
  • FH Technikum Wien
  • MCI | Die Unternehmerische Hochschule
  • FH Wiener Neustadt
  • USTP
  • IMC Krems
  • FH Oberösterreich
  • FH Salzburg
  • Hochschule Burgenland
  • Hochschule Campus Wien
  • Vorarlberg University of Applied Sciences
Nachhaltigkeit SDG 4 Qualität bei der Ausbildung
Nachhaltigkeit SDG 17 Partnerschaften für die Ziele

Das Bündnis Nachhaltige Hochschulen leistet Beiträge zu

  • SDG 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
  • SDG 17.16: Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen

Informationen zur Aufzeichnung und Live-Transkription der Veranstaltung
Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Online-Event aufgezeichnet wird und dass die Aufzeichnung auch zur Presse-Berichterstattung und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten veröffentlicht wird. Kamera und Ton von Teilnehmer*innen sind im Rahmen der Veranstaltung deaktiviert und werden nur auf eigenen Wunsch aktiviert. Schriftliche Fragen können (freiwillig) über die F&A-Funktion gestellt werden. Weiterführende Informationen zum Datenschutz können hier entnommen werden.

PROGRAMM


MITTWOCH, 22. April 2026

09:00 - 09:10 Uhr: Eröffnung

Moderation: Dipl.-Ing. (FH) Dr. techn. Viktoria Leitner

09:10 - 09:30 Uhr: Daten für den Planeten? Über Wissen, Macht und unsichtbare Perspektiven

Dr. François Veynandt, Key Researcher Department Energie & Umwelt – Hochschule Burgenland

Daten werden zu Wissen, heißt es – doch wessen Wissen zählt, wenn indigene Völker (467 Millionen Menschen) seit Generationen nachhaltig leben, ohne je in einem Dashboard aufzutauchen? Anhand ihrer Perspektive beleuchtet dieser Beitrag zwei blinde Flecken datenbasierter Nachhaltigkeitssteuerung: Was unsichtbar bleibt, wenn Wissen nicht digitalisiert ist, und Was schiefgehen kann, wenn Daten über Menschen erhoben werden, aber nicht mit ihnen. Ein Denkanstoß, um die Grenzen und Risiken unserer Datenlogik ehrlich in den Blick zu nehmen.

09:30- 09:55 Uhr: Optimistische, metaphorisch transportierte Geschichten aus der Zukunft

Dr. Martin Lu Kolbinger, Studiengangsleiter Soziale Arbeit – FH Salzburg
Daten sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Entscheidungen. Doch große Datenmengen allein führen selten zu konkretem Handeln. Der Vortrag zeigt, warum optimistische Zukunftsbilder und überzeugende Narrative eine zentrale Rolle spielen, um Motivation für nachhaltige Transformation zu schaffen. Anhand von Beispielen wird diskutiert, wie aus komplexen Daten verständliche und handlungswirksame Zukunftsbilder entstehen können.

09:55 - 10:20 Uhr: Zwischen Datenlücke und Steuerungsinstrument – EMAS und Carbon Footprint im Hochschulkontext

DI Martin Hatzl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Department Energie & Umwelt – Hochschule Burgenland
Nachhaltige Transformation braucht Daten. Gleichzeitig sind Umweltkennzahlen an Hochschulen oft unvollständig oder schwer vergleichbar. Der Beitrag zeigt am Beispiel der Hochschule Burgenland, wie Umweltkennzahlen im Rahmen von EMAS und einer Corporate Carbon Footprint Analyse erhoben und für strategische Entscheidungen genutzt werden. Trotz Unsicherheiten entsteht so eine belastbare Grundlage, um Emissionsschwerpunkte sichtbar zu machen und Verbesserungen gezielt anzustoßen.

10:20 - 10:45 Uhr: Gestaltung interaktiver ESG-Dashboards: Praxisbeispiel in Power BI

Eva-Maria Öhlinger, MA, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement, FH Oberösterreich
Nachhaltigkeitskennzahlen sind vielfältig und komplex. Für Unternehmen stellt sich daher die Herausforderung, diese Informationen übersichtlich und entscheidungsrelevant aufzubereiten. Der Beitrag zeigt, wie interaktive ESG-Dashboards konzipiert und umgesetzt werden können. Anhand eines Praxisbeispiels mit Microsoft Power BI wird gezeigt, wie Daten strukturiert visualisiert werden und so eine fundierte Unternehmenssteuerung unterstützen.

10:45 - 11:10 Uhr: ESG messbar machen: Datenerhebung, Zusammenarbeit und Herausforderungen an der FH Technikum Wien

Lilly Grünewald, MA, ESG-Managerin – FH Technikum Wien
Wie werden Nachhaltigkeitsdaten in der Praxis erhoben, verarbeitet und sinnvoll genutzt? In dem Vortrag geben wir einen Einblick in die Schritte, die die Nachhaltigkeitsberichterstattung an der FH Technikum Wien möglich gemacht haben. Wir zeigen, welche Herausforderungen bei der Datensammlung aufgetreten sind – von der Verfügbarkeit über die Qualität bis hin zur Vergleichbarkeit der Informationen – und wie die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen entscheidend war, um verlässliche Daten zu bekommen. Ziel des Vortrages ist es praxisnahe Erkenntnisse zu der Datenerhebung an Hochschulen geben – von Stolpersteinen bis zu bewährten Strategien.

11:10 - 11:40 Uhr: Datenmanagement und Nachhaltigkeitskoordination an Hochschulen zwischen Theorie und Praxis. 

Gemeinsam mit Viktoria Leitner diskutieren Martin Hatzl, Victoria Englmaier, Alexander Mair & Lilly Grünewald
Eine geführte Diskussionsrunde in der auch euer Input willkommen ist.

11:40 - 12:05 Uhr: Energieeffizienz als Treiber datenbasierter Campusentwicklung

Victoria Englmaier, MSc, Projektmanagerin Geschäftsführung / Gender & Sustainability
Alexander Mair Stv. Leitung Facility Services- IMC Krems
Wie können Energiedaten dazu beitragen, Gebäude nachhaltiger zu betreiben? Am Beispiel des IMC Krems zeigt der Vortrag, wie im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes erstmals ein Kurzbericht erstellt und Daten zum Gebäudebestand systematisch erhoben wurden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für Entscheidungen über Sanierungs- und Umbauarbeiten. Ein Praxisbeispiel aus dem Bereich Beleuchtung zeigt zudem, wie Kosten und Nutzen von Effizienzmaßnahmen bewertet werden können.

12:05 - 12:30 Uhr: SDG-Mapping: Sustainable Development Goals (SDGs) in der Lehre sichtbar machen

Dr. Regina Obexer, Head, Center for Responsible Management & Social Impact &
Mag. Gudrun Eder, ESG & Sustainability Managerin – MCI | Die Unternehmerische Hochschule
Die Sustainable Development Goals bilden das internationale Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung. Hochschulen spielen eine wichtige Rolle, diese Ziele in der Lehre zu verankern und als Transformationsakteure wirksam zu werden. Der Beitrag zeigt, wie SDG Mapping genutzt werden kann, um Nachhaltigkeit systematisch in Studiengängen sichtbar und messbar zu machen. Damit entsteht eine Grundlage, um den Beitrag von Hochschulen zur nachhaltigen Entwicklung gezielt weiterzuentwickeln.

13:00 - 13:30 Uhr: Zoom statt Doom (RELOADED)? Ein Einblick in die Bedeutung digitaler Lern- und Lehrformate für klimaneutrale Hochschulen

Dr. Karl Michael Höferl, Studiengangsleiter Global Sustainability and Circular Business – IMC Krems
Wie klimawirksam sind Online- und Präsenzlehre wirklich? Am Beispiel des IMC Krems zeigt der Vortrag, welche CO2-Einsparungen durch eine schrittweise Verlagerung von Präsenz- zu Online-Lehrformaten realistisch sind. Dafür wird das Greenhouse Gas Protocol erstmals systematisch auf Lehrveranstaltungstypen angewendet und hochschulspezifischen Emissionsfaktoren hinterlegt. Im Vortrag werden erste, durch Monte-Carlo Simulationen gewonne Ergebnisse zu hochschulweite Emissions- und Kosteneffekten vorgestellt. Mit diesem  Beitrag soll der Diskussion zur Rolle der digitale Lehre als Baustein eines strategischen Klimamanagements im Hochschulsektor Raum gegeben werden.

13:30 - 14:00 Uhr: Green Education and Transition - A Higher Education Digital Buddy

Dr.-Ing. Elias Eder, Senior Scientist – Vorarlberg University of Applied Sciences
GET AHED steht für Green Education and Transition – A Higher Education Digital Buddy: Präsentiert werden Ergebnisse aus dem Erasmus+ Projekt, in welchem eine Online-Plattform entwickelt wurde, die Tools, Methoden und Best Practices enthält, welche Hochschulen beim Umsetzen institutioneller Strategien zur Verbesserung der ölologischen Nachhaltigkeit unterstützen sollen.

14:00 - 14:30 Uhr: Made with Love?

Mag. Sandra Holub, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Marketing
Julia Krall MA, Studiengangsleitung Consumer Research & Data Driven Marketing -Fachhochschule Wiener Neustadt
Produktionsweisen von Lebensmitteln sind für Konsumentinnen und Konsumenten meist nicht direkt sichtbar. Ihre Wahrnehmung entsteht daher vor allem durch Kommunikation über Herstellungsprozesse. Der Beitrag zeigt Ergebnisse eines Experiments, das untersucht, wie Hinweise auf handwerkliche oder industrielle Produktion Qualitätswahrnehmung, Kaufabsicht und Zahlungsbereitschaft beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass handwerkliche Herstellung deutlich positiver bewertet wird, insbesondere wenn der Herstellungsprozess als sorgfältig und engagiert wahrgenommen wird.

14:30 - 15:00 Uhr: Der Digitale Produktpass – Auf dem Weg zu einer datenbasierten Kreislaufwirtschaft

FH-Prof. Mag. Dr. Tassilo Pellegrini, Co-Leiter Institute for Innovation Systems, University of Applied Sciences St. Pölten
Spätestens ab 2028 müssen produzierende Unternehmen Ökodesign-Auflagen (Kreislaufführung) verpflichtend umsetzen. Eine zentrale Maßnahme ist die Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP). Dieser wird ab 2027 für Batterien und Baustoffe Pflicht und wird in den darauffolgenden Jahren für weiter Produktgruppen ausgerollt.  Der Vortrag erläutert Motivation, rechtliche und technische Grundlagen des DPPs, vergleicht unterschiedliche DPP-Initiative und gibt nützliche Tipps, wie sich Unternehmen darauf vorbereiten können.

15:15 - 15:45 Uhr: Nachhaltigkeitsprobleme bottom-up adressieren: eine informationssystembasierte Theorie - iRBV

Prof. Dr. Yevgen Bogodistov, Strategic Management & Organisational Behaviour, MCI | Die Unternehmerische Hochschule
Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmen durch den Einsatz global verfügbarer Technologien wie künstlicher Intelligenz und Blockchain Nachhaltigkeitsdaten systematisch nutzen können, um Klimaschutz aktiv in ihre Strategien zu integrieren. Aufbauend auf einer Erweiterung des Resource-Based und Capability-Based View hin zu einem informationssystembasierten iRBV diskutiert Prof. Dr. Bogodistov , wie externe Effekte wie CO₂-Emissionen durch datenbasierte Steuerungsinstrumente internalisiert werden können. Anhand von Praxisbeispielen wird illustriert, wie Blockchain zur Nachverfolgung von CO₂-Fußabdrücken oder KI zur Förderung nachhaltiger Geschäftsentscheidungen eingesetzt werden kann. Damit adressiert der Vortrag insbesondere innovative Ansätze zur Nutzung und Vermittlung von Nachhaltigkeitsdaten sowie die Rolle digitaler Tools für nachhaltige Transformation.

15:45 - 16:15 Uhr: Klimawandel und Kleinwasserkraftwerke

DI Dr. Bernward Asprion, Researcher Forschungsgruppe Data Intelligence
Isabella-Maria Enne, BSc Teaching and Research Assistant – University of Applied Sciences St. Pölten
Der Klimawandel verändert Niederschlag, Abflussmengen und damit die Grundlagen der Wasserkraft. Das Forschungsprojekt KliWaSim untersucht, wie sich diese Veränderungen auf Kleinwasserkraftwerke auswirken und welche Folgen das für die Energieproduktion hat. Mithilfe von Machine Learning und Klimaszenarien werden zukünftige Wassermengen und Erträge für Flüsse wie Traisen und Kamp prognostiziert. Die Ergebnisse unterstützen Betreiberinnen und Betreiber dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und Anlagen an veränderte Bedingungen anzupassen

16:15 - 16:45 Uhr: Kultur als zentrales Element einer nachhaltigen Transformation

Sarah Kollnig PhD, Senior Researcher & Lecturer Institut für Nachhaltigkeit – Fachhochschule Wiener Neustadt
Kultur prägt unseren Alltag und beeinflusst, wie nachhaltig unsere Gesellschaft ist. Der Vortrag zeigt, wie soziale Routinen entstehen und warum ihre Veränderung für eine nachhaltige Transformation entscheidend ist. Beispiele aus dem Ernährungssektor in Bolivien und Schweden verdeutlichen, wie neue Praktiken entstehen können, etwa durch direkten Austausch zwischen Produzentinnen und Produzenten sowie Konsumentinnen und Konsumenten. Abschließend wird diskutiert, wie kulturelle Nischen entstehen können, in denen nachhaltige Alternativen wachsen.

16:45 - 17:15 Uhr: ESG SmartHub: Praxisnahe Unterstützung für datenbasierte Nachhaltigkeitsberichterstattung - Massive Open Online Course (MOOC) 

Antonia Trentini, BSc MA., Researcherin – Hochschule Campus Wien
Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen. Der Vortrag stellt das Projekt „ESG SmartHub“ vor, das als zentrale Plattform praxisnahe Unterstützung zu ESG-Themen bietet. Ein besonderer Fokus liegt auf dem im Projekt entwickelten Massive Open Online Course (MOOC), der seit Dezember 2025 verfügbar ist. Der kostenlose, modular aufgebaute Online-Kurs bündelt Wissen zu ESG, vermittelt Grundlagen sowie vertiefende Inhalte und bietet dadurch praxisnahe Unterstützung für eine datenbasierte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Stärkung nachhaltiger Unternehmenspraxis, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.


Sustainability Day 2025

Sustainability Day 2025 - Programm/Original

Sustainability Day 2025

Sustainability Day 2025

Am 22. April 2025 hat das Bündnis Nachhaltige Hochschulen anlässlich des Sustainability Day 2025 wieder zu einem umfassenden Vortragsprogramm eingeladen: Anlässlich dieses besonderen Tages präsentierten Mitgliedshochschulen des Bündnisses ein abwechslungsreiches und öffentlich zugängliches Online-Programm. Host der diesjährigen Veranstaltung war die FH Campus Wien. Das Motto des Events orientierte sich erneut am internationalen Earth Day: Unter dem Titel Our Power, Our Planet presäntierten Expert:innen spannende Beiträge zu den Themen Energie, Empowerment, Innovationskraft und Stärke durch Zusammenarbeit.

Fakten


Termin
22. April 2025, 09:00 bis 19:00 Uhr

Ort
Online (MS Teams); Der Einstieg in das Vortragsprogramm ist jederzeit möglich.

LINK ZUR VERANSTALTUNG
Fachhochschule Campus Wien
Beiträge von
  • FH CAMPUS 02
  • FH Kufstein Tirol
  • FH Campus Wien
  • FH des BFI Wien
  • FH JOANNEUM
  • FH Technikum Wien
  • MCI Internationale Hochschule
  • FH Wiener Neustadt
  • FH Vorarlberg
Kosten
  • Die Teilnahme ist kostenlos.
Nachhaltigkeit SDG 4 Qualität bei der Ausbildung
Nachhaltigkeit SDG 17 Partnerschaften für die Ziele

Das Bündnis Nachhaltige Hochschulen leistet Beiträge zu

  • SDG 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
  • SDG 17.16: Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen

Informationen zur Aufzeichnung und Live-Transkription der Veranstaltung
Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Online-Event zu Zwecken der Dokumentation sowie zur Berichterstattung aufgezeichnet wird und dass die Aufzeichnung auch zur Presse-Berichterstattung und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten veröffentlicht wird. Kamera und Ton von Teilnehmer*innen sind im Rahmen der Veranstaltung deaktiviert. Schriftliche Fragen können (freiwillig) über die F&A-Funktion gestellt werden. Um einen barrierefreien Zugang zur Veranstaltung zu ermöglichen, ist in der Besprechung die Live-Transkription aktiviert (Verschriftlichung des gesprochenen Wortes in einen Text im Chat). Weiterführende Informationen zum Datenschutz können hier entnommen werden.

PROGRAMM


DIENSTAG, 22. April 2025

09:00 - 09:15 Uhr: Eröffnung

Moderation: Mag. Isabella Pammer, Nachhaltigkeitsmanagement FH Campus Wien
FH-Prof.in Mag.a Dr.in Elisabeth Steiner, DSA – Obfrau des Bündnis Nachhaltige Hochschulen
FH-Prof. DI Dr.techn. Doris Link, COO – Chief Operation Officer, FH Campus Wien

09:15 - 09:45 Uhr: Solare Energie - was sind die besten Nutzungs- und Verwertungsformen?

DI Gernot Hofer, Department Automatisierungstechnik, Leiter Energy Analytics & Solution Labor – FH CAMPUS 02
Energieeigenverbrauch und -speicherung sind zentrale Elemente moderner Energiemanagementsysteme, besonders bei der Integration erneuerbarer Energien. Eigenverbrauch bedeutet die direkte Nutzung vor Ort erzeugter Energie, wie Solar- oder Windkraft, was die Abhängigkeit von externen Quellen verringert und die Effizienz steigert. Energiespeichersysteme, wie Batterien, speichern überschüssige Energie für später, halten das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage und verbessern die Netzstabilität. Diese Maßnahmen minimieren Energieverluste, senken Kosten und fördern die Nachhaltigkeit durch weniger fossile Brennstoffe. Fortschritte in Speichertechnologien und Smart-Grid-Integration verstärken diese Vorteile und schaffen widerstandsfähigere, autonomere Energieinfrastrukturen.

09:45 - 10:15 Uhr: Nachhaltig zur Arbeit kommen: Empowerment von Mitarbeitenden für umweltfreundliche Mobilität in der Region Inntal

Prof. Dr. Bert Neumeister, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement – FH Kufstein Tirol
Ein Erfahrungsbericht zu einem von der EU kofinanzierten Praxisprojekt zur Mobilität in der Grenzregion Tirol/Bayern. Ziel des Projekts ist es, die Mobilitätsautonomie für die Pendler der Grenzstädte Kufstein und Kiefersfelden zu fördern (z.B. über digitale Plattformen für Car-Pooling), um langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Präsentationsfolien

10:15 - 10:45 Uhr: Lehm – ein Baustoff mit Zukunft

Ao. Univ. Prof. DI Dr. phil. Andrea Rieger-Jandl, Leiterin Masterstudiengang Architektur – Green Building – FH Campus Wien
Lehm ist ein vollkommen kreislauffähiger Baustoff mit vielen Vorteilen. Lehm ist nicht nur CO₂-arm und vollständig recycelbar, er sorgt auch für ein ausgeglichenes und gesundes Raumklima. Lehm muss nicht erst gewonnen werden, sondern ist als Aushubmaterial, das derzeit weitgehend ungenutzt entsorgt wird, in großen Mengen verfügbar. Durch neue Normen, Forschung und technische Entwicklungen kann Lehm in vielen Bereichen energieintensive Baustoffe ersetzen, wodurch er in Zukunft eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Bauwirtschaft einnehmen wird.

Präsentationsfolien

11:00 - 11:30 Uhr: The Power of Circular Economy: Ressourcen, Klimaziele & Energie

Mag.a Karin Huber-Heim, Stadt Wien Stiftungsprofessur Kreislaufwirtschaft und transformative Geschäftsmodelle und Wissenschaftliche Leitung EEC MSc(ce) Sustainable Business Management – FH des BFI Wien
Unser Ressourcenverbrauch explodiert – doch die Kreislaufwirtschaft bietet Lösungen und kann dazu beitragen, Emissionen zu senken, Energieeffizienz zu steigern und erneuerbare Energien nachhaltiger zu machen. In dem Vortrag wird gezeigt, warum eine Energiewende ohne Kreislaufwirtschaft unvollständig bleibt – und wie Unternehmen sowie Gesellschaft aktiv zur Transformation beitragen können.

Präsentationsfolien

11:30 - 12:00 Uhr: KI Power für unseren nachhaltigen Planeten – oder unser Planet für nachhaltige Power-KI?

Assoz. Prof. (FH) MMag. Dr. Harald Friedl, Institut für Gesundheit und Tourismus Management sowie Studiengang Data Science and Artificial Intelligence – FH JOANNEUM
KI wird als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts betrachtet, deren Entwicklung Effizienzgewinn und Wirtschaftswachstum verspricht, und die als unverzichtbares Instrument des Monitorings von Entwicklungen dient. Die KI-Kosten sind der explodierende Energieverbrauch, die zunehmende Kontrollierbarkeit von Gesellschaften durch oligopolistische Tech-Giganten oder KI-intensive Staaten und die explodierenden Chancen des kriminellen Missbrauchs mittels diverser Formen von Deep-Fakes. Der breite Aufbau von Media Literacy erscheint darum als Voraussetzung, um KI eher als ein hilfreiches Instrument der Nachhaltigkeit wirken zu lassen denn als zerstörerische, unkontrollierbare Kraft.

12:30 - 13:00 Uhr: E-Mobilität zur Rettung der Welt? Cradle-To-Grave bzw. ein ganzheitlicher Ansatz zur Mobilitätswende

Caroline Trampisch, BSc, Masterstudentin im Studiengang Umweltmanagement & Ökotoxikologie – FH Technikum Wien
Severin Reich, BSc, Masterstudent im Studiengang Umweltmanagement & Ökotoxikologie – FH Technikum Wien
As global warming proceeds, electric vehicles become omnipresent in our lives, dominate the car advertisements and are seemingly the solution to the CO emission problem in the mobility sector. But is this really true? The aim of this research project is to compare three different technologies used in means of transportation, e-mobility, HVO and public transportation and examine the question: How “green” are electric vehicles and lithium-ion batteries and are they the only possible solution for the future of mobility?

13:00 - 13:30 Uhr: Nutzung der Blockchain-Technologie zur Bekämpfung des Klimawandels – CO2-basierte Kryptowährung für eine nachhaltige Zukunft

Prof. Dr. Yevgen Bogodistov, Department Business Administration Online – MCI Internationale Hochschule GmbH
Lyubov Stafyeyeva, PhD – Studentin der Universität Innsbruck
Petar Despotovic, DBA – Student im Programm des MCI und der Internationalen Universität Monako
Dieses Projekt untersucht, wie Blockchain-Technologie und soziale Identität zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können. Die Vortragenden glauben, dass Blockchain und Geldpolitik den nicht-kooperativen Ansatz in einen kooperativen verwandeln können. Thaler und Sunstein schlagen in Nudge ein Clubmodell vor, in dem gemeinsame Werte wie Null-Emissionen und Privilegien wie Marktzugang vereinbart werden. Politische Gründe verhindern oft solche Vereinbarungen. Prof. Dr. Yevgen Bogodistov und sein Team setzen auf einen Bottom-up-Ansatz und entwickeln den MCI-Coin, eine blockchain-basierte Kryptowährung, die an die CO₂-Emissionsziele der UN gekoppelt ist. Dieser Coin soll Anreize zur CO₂-Reduktion schaffen und Investitionen in grüne Technologien fördern. Die Sozialidentitätstheorie hilft, kooperatives Verhalten vorherzusagen.

Präsentationsfolien

13:30 - 14:00 Uhr: ESG Smart-Hub: Herausforderungen aktueller Regulatorien im Nachhaltigkeitsmanagement aus der Sicht von Unternehmen und Prüfer*innen  

Dipl.-Ing. Werner Frühwirth, MSc, Department Applied Life Sciences – FH Campus Wien
DI Ursula Müllner, BEd MLS, Department Soziales – FH Campus Wien
Carina Schinnerer, studentische Mitarbeiterin – FH Campus Wien
Die neuen ESG-Nachhaltigkeitsrichtlinien sind für viele Unternehmen eine Herausforderung. Der ESG Smart-Hub ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der FH Campus Wien mit dem Ziel, eine Lehr-, Lern- und Vernetzungsplattform zu ESG-Themen (Environment – Social – Governance), LCA und CSRD zu etablieren. Dabei soll Wiener Unternehmen, vor allem KMUs, eine wissenschaftliche Anlaufstelle mit Erfahrung und Expertise in diesen Bereichen geboten und eine Schnittstelle zwischen prüfenden und berichtserstellenden Unternehmen geschaffen werden. Erste Ergebnisse aus der Bestandsanalyse zu den Herausforderungen aktueller Regulatorien werden im Rahmen des Vortrages präsentiert.

14:15 - 14:45 Uhr: Fleischlos glücklich? Chancen und Barrieren für nachhaltigen Konsum – ein Forschungsüberblick

Dr. Elisabeth Wolfsteiner, Institut für Marketing –  FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Mag. Sandra Holub, Institut für Marketing – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Dieser Vortrag bietet eine Übersicht über mehrere von den Vortragenden durchgeführten Publikationen und Studien, welche das Thema Akzeptanz bzw. Ablehnung von Fleischalternativen in den Fokus setzten und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. So identifiziert ein Forschungsprojekt anhand von freien Assoziationen zu Fleischalternativen drei Konsument:innensegmente und zeigt damit detaillierte Einblicke in Barrieren und Potenziale von Fleischalternativen auf. Ein weiteres Projekt untersucht den Einfluss von Geschmackserwartungen und wahrgenommenen Schuldgefühlen auf die Kaufentscheidung. Ergänzend dazu analysiert eine aktuelle Studie den Einfluss von Produktnamen, Labels und Produktbildern auf die Entscheidung für oder gegen Fleischalternativen. Durch die Kombination unterschiedlicher Perspektiven und Forschungsergebnisse entsteht ein holistischer Überblick, der sowohl individuelle als auch strukturelle Lösungsansätze aufzeigt. So bietet der Vortrag Einblicke, um die Akzeptanz von Fleischalternativen zu fördern und nachhaltige Konsummuster langfristig zu etablieren

14:45 - 15:15 Uhr: Kooperation statt Supermarkt: FoodCoops und die Zukunft der Lebensmittelversorgung

Dr. Sarah Marth, Institut für Marketing –  FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Mag. Sandra Holub, Institut für Marketing – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Im Vortrag „Kooperation statt Supermarkt“ werden Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojekts der FH Wiener Neustadt präsentiert. Anhand aktueller Forschungsergebnisse wird verdeutlicht, warum Konsument:innen Mitglieder von FoodCoops werden, welche Barrieren sie dabei erleben und wie FoodCoops basierend auf den Wünschen und Bedürfnissen potentieller Nutzer:innen weiterentwickelt werden können, um so die „Power of Cooperation“ zu nutzen und nachhaltige und innovative Ernährungssysteme zu fördern. Der Vortrag zeigt, wie durch die Kraft der Zusammenarbeit nicht nur nachhaltige Ernährungssysteme gefördert, sondern auch lokale Gemeinschaften gestärkt und globale Herausforderungen aktiv bewältigt werden können.

Präsentationsfolien

15:15 - 15:45 Uhr: Nachhaltigkeit mit System(dynamik) vermitteln – Grundlagen der Nachhaltigkeit in der Sekundarstufe 2

DI Dr. Emmerich Haimer, Studiengangsleiter Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Sarah Kollnig, BSc MSc PhD, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Nachhaltigkeit – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Nachhaltigkeit ist aufgrund der Breite und der Vielfalt der Thematik für viele schwer fassbar. Diese Tatsache, gemeinsam mit der oft unüberlegten Nutzung des Begriffes, führen bei Jugendlichen häufig zu Frustration und letztendlich genereller Meidung des Themas Nachhaltigkeit. Systemdynamische Konzepte bieten eine hervorragende Möglichkeit, Nachhaltigkeit praktisch zu verstehen und nachhaltiges oder nicht nachhaltiges Handeln unmittelbar zu spüren. Nachhaltigkeit kann damit wieder interessant und vor allem greifbar werden.

Präsentationsfolien

16:15 - 16:45 Uhr: Klimakrise erzählen – Die Macht der Bilder und Geschichten

Dr.in Petra Bernhardt, Department Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik – FH Campus Wien
Geschichten und Bilder prägen unsere Wahrnehmung der Klimakrise – und entscheiden darüber, ob wir handeln oder zögern. Doch welche Narrative wecken Empathie und Veränderungswillen? In diesem Vortrag erkunden wir die Verbindung zwischen visueller Kommunikation und Storytelling: von schockierenden Katastrophenbildern bis zu hoffnungsvollen Zukunftsvisionen. Anhand von Beispielen diskutieren wir, wie starke Bilder und Erzählungen Menschen emotional erreichen, Denkmuster prägen und gesellschaftlichen Wandel anstoßen können. Denn unsere Zukunft hängt nicht nur von den Fakten ab – sondern davon, wie wir sie erzählen.

Prof. (FH) Dr. Mag. Johannes Jäger – FH des BFI Wien
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Implikationen durch das EU-Lieferkettengesetz zu erwarten sind und wie das zu beurteilen ist. Ist das Gesetz tatsächlich ein Game-Changer, der Menschen im globalen Süden empowert und die Entwicklung in Richtung einer globalen Just Transition vorantreibt, oder ist es weitestgehend nur ein zahnloser Papiertiger? Was müsste geschehen, um die Effektivität des Gesetzes zu erhöhen und was können internationale zivilgesellschaftliche Netzwerke dazu beitragen? Der Vortrag versucht, diese Fragen systematisch zu bearbeiten und zu beantworten.

Präsentationsfolien

17:30 - 18:30 Uhr: Technologien und Strategien für die fossilfreie Energieversorgung am Beispiel Vorarlbergs

Christof Drexel, ausgebildeter Maschinenbauer, Forschung und strategische Beratung im Bereich Energie- und Klimapolitik, sowie Dekarbonisierung der Industrie – FH Vorarlberg
In diesem Vortrag wird die dynamische Modellierung einer fossilfreien Energieversorgung anhand des Beispiels des Landes Vorarlbergs vorgestellt. Dabei werden neben den erforderlichen Effizienzstrategien auch die wichtigsten Technologien zur Dekarbonisierung erläutert. Der Vortrag bietet einen Überblick über die Herausforderungen und Chancen, die mit der Umstellung auf eine fossilfreie Energieversorgung verbunden sind.

18:30 Uhr: Übergabe des Streams an FH Vorarlberg


Sustainability Day 2025

Sustainability Day 2025

Sustainability Day 2025: Ein starkes Zeichen für nachhaltige Hochschulen

Sustainability Day 2025

Am 22. April 2025 lud das Bündnis Nachhaltige Hochschulen anlässlich des Sustainability Day 2025 erneut zu einem vielfältigen und öffentlich zugänglichen Online-Vortragsprogramm ein. Gastgeberin der diesjährigen Veranstaltung war die FH Campus Wien.

Unter dem internationalen Motto des Earth Day – „Our Power, Our Planet – präsentierten Expert:innen spannende Beiträge rund um die Themen Energie, Empowerment, Innovationskraft und Stärke durch Zusammenarbeit. Die Mitgliedshochschulen des Bündnisses zeigten eindrucksvoll, wie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als Orte des Wandels aktiv zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können.

Fakten


Termin
22. April 2025, 09:00 bis 19:00 Uhr

Ort
Online (MS Teams)

Fachhochschule Campus Wien
Beiträge von
  • FH CAMPUS 02
  • FH Kufstein Tirol
  • FH Campus Wien
  • FH des BFI Wien
  • FH JOANNEUM
  • FH Technikum Wien
  • MCI Internationale Hochschule
  • FH Wiener Neustadt
  • FH Vorarlberg
Nachhaltigkeit SDG 4 Qualität bei der Ausbildung
Nachhaltigkeit SDG 17 Partnerschaften für die Ziele

Das Bündnis Nachhaltige Hochschulen leistet Beiträge zu

  • SDG 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
  • SDG 17.16: Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen

Informationen zur Aufzeichnung und Live-Transkription der Veranstaltung
Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Online-Event zu Zwecken der Dokumentation sowie zur Berichterstattung aufgezeichnet wird und dass die Aufzeichnung auch zur Presse-Berichterstattung und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten veröffentlicht wird. Kamera und Ton von Teilnehmer*innen sind im Rahmen der Veranstaltung deaktiviert. Schriftliche Fragen können (freiwillig) über die F&A-Funktion gestellt werden. Um einen barrierefreien Zugang zur Veranstaltung zu ermöglichen, ist in der Besprechung die Live-Transkription aktiviert (Verschriftlichung des gesprochenen Wortes in einen Text im Chat). Weiterführende Informationen zum Datenschutz können hier entnommen werden.

PROGRAMM


DIENSTAG, 22. April 2025

09:00 - 09:15 Uhr: Eröffnung

Moderation: Mag. Isabella Pammer, Nachhaltigkeitsmanagement FH Campus Wien
FH-Prof.in Mag.a Dr.in Elisabeth Steiner, DSA – Obfrau des Bündnis Nachhaltige Hochschulen
FH-Prof. DI Dr.techn. Doris Link, COO – Chief Operation Officer, FH Campus Wien

09:15 - 09:45 Uhr: Solare Energie - was sind die besten Nutzungs- und Verwertungsformen?

DI Gernot Hofer, Department Automatisierungstechnik, Leiter Energy Analytics & Solution Labor – FH CAMPUS 02
Energieeigenverbrauch und -speicherung sind zentrale Elemente moderner Energiemanagementsysteme, besonders bei der Integration erneuerbarer Energien. Eigenverbrauch bedeutet die direkte Nutzung vor Ort erzeugter Energie, wie Solar- oder Windkraft, was die Abhängigkeit von externen Quellen verringert und die Effizienz steigert. Energiespeichersysteme, wie Batterien, speichern überschüssige Energie für später, halten das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage und verbessern die Netzstabilität. Diese Maßnahmen minimieren Energieverluste, senken Kosten und fördern die Nachhaltigkeit durch weniger fossile Brennstoffe. Fortschritte in Speichertechnologien und Smart-Grid-Integration verstärken diese Vorteile und schaffen widerstandsfähigere, autonomere Energieinfrastrukturen.

09:45 - 10:15 Uhr: Nachhaltig zur Arbeit kommen: Empowerment von Mitarbeitenden für umweltfreundliche Mobilität in der Region Inntal

Prof. Dr. Bert Neumeister, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement – FH Kufstein Tirol
Ein Erfahrungsbericht zu einem von der EU kofinanzierten Praxisprojekt zur Mobilität in der Grenzregion Tirol/Bayern. Ziel des Projekts ist es, die Mobilitätsautonomie für die Pendler der Grenzstädte Kufstein und Kiefersfelden zu fördern (z.B. über digitale Plattformen für Car-Pooling), um langfristig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Präsentationsfolien

10:15 - 10:45 Uhr: Lehm – ein Baustoff mit Zukunft

Ao. Univ. Prof. DI Dr. phil. Andrea Rieger-Jandl, Leiterin Masterstudiengang Architektur – Green Building – FH Campus Wien
Lehm ist ein vollkommen kreislauffähiger Baustoff mit vielen Vorteilen. Lehm ist nicht nur CO₂-arm und vollständig recycelbar, er sorgt auch für ein ausgeglichenes und gesundes Raumklima. Lehm muss nicht erst gewonnen werden, sondern ist als Aushubmaterial, das derzeit weitgehend ungenutzt entsorgt wird, in großen Mengen verfügbar. Durch neue Normen, Forschung und technische Entwicklungen kann Lehm in vielen Bereichen energieintensive Baustoffe ersetzen, wodurch er in Zukunft eine wichtige Rolle in der nachhaltigen Bauwirtschaft einnehmen wird.

Präsentationsfolien

11:00 - 11:30 Uhr: The Power of Circular Economy: Ressourcen, Klimaziele & Energie

Mag.a Karin Huber-Heim, Stadt Wien Stiftungsprofessur Kreislaufwirtschaft und transformative Geschäftsmodelle und Wissenschaftliche Leitung EEC MSc(ce) Sustainable Business Management – FH des BFI Wien
Unser Ressourcenverbrauch explodiert – doch die Kreislaufwirtschaft bietet Lösungen und kann dazu beitragen, Emissionen zu senken, Energieeffizienz zu steigern und erneuerbare Energien nachhaltiger zu machen. In dem Vortrag wird gezeigt, warum eine Energiewende ohne Kreislaufwirtschaft unvollständig bleibt – und wie Unternehmen sowie Gesellschaft aktiv zur Transformation beitragen können.

Präsentationsfolien

11:30 - 12:00 Uhr: KI Power für unseren nachhaltigen Planeten – oder unser Planet für nachhaltige Power-KI?

Assoz. Prof. (FH) MMag. Dr. Harald Friedl, Institut für Gesundheit und Tourismus Management sowie Studiengang Data Science and Artificial Intelligence – FH JOANNEUM
KI wird als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts betrachtet, deren Entwicklung Effizienzgewinn und Wirtschaftswachstum verspricht, und die als unverzichtbares Instrument des Monitorings von Entwicklungen dient. Die KI-Kosten sind der explodierende Energieverbrauch, die zunehmende Kontrollierbarkeit von Gesellschaften durch oligopolistische Tech-Giganten oder KI-intensive Staaten und die explodierenden Chancen des kriminellen Missbrauchs mittels diverser Formen von Deep-Fakes. Der breite Aufbau von Media Literacy erscheint darum als Voraussetzung, um KI eher als ein hilfreiches Instrument der Nachhaltigkeit wirken zu lassen denn als zerstörerische, unkontrollierbare Kraft.

12:30 - 13:00 Uhr: E-Mobilität zur Rettung der Welt? Cradle-To-Grave bzw. ein ganzheitlicher Ansatz zur Mobilitätswende

Caroline Trampisch, BSc, Masterstudentin im Studiengang Umweltmanagement & Ökotoxikologie – FH Technikum Wien
Severin Reich, BSc, Masterstudent im Studiengang Umweltmanagement & Ökotoxikologie – FH Technikum Wien
As global warming proceeds, electric vehicles become omnipresent in our lives, dominate the car advertisements and are seemingly the solution to the CO emission problem in the mobility sector. But is this really true? The aim of this research project is to compare three different technologies used in means of transportation, e-mobility, HVO and public transportation and examine the question: How “green” are electric vehicles and lithium-ion batteries and are they the only possible solution for the future of mobility?

13:00 - 13:30 Uhr: Nutzung der Blockchain-Technologie zur Bekämpfung des Klimawandels – CO2-basierte Kryptowährung für eine nachhaltige Zukunft

Prof. Dr. Yevgen Bogodistov, Department Business Administration Online – MCI Internationale Hochschule GmbH
Lyubov Stafyeyeva, PhD – Studentin der Universität Innsbruck
Petar Despotovic, DBA – Student im Programm des MCI und der Internationalen Universität Monako
Dieses Projekt untersucht, wie Blockchain-Technologie und soziale Identität zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen können. Die Vortragenden glauben, dass Blockchain und Geldpolitik den nicht-kooperativen Ansatz in einen kooperativen verwandeln können. Thaler und Sunstein schlagen in Nudge ein Clubmodell vor, in dem gemeinsame Werte wie Null-Emissionen und Privilegien wie Marktzugang vereinbart werden. Politische Gründe verhindern oft solche Vereinbarungen. Prof. Dr. Yevgen Bogodistov und sein Team setzen auf einen Bottom-up-Ansatz und entwickeln den MCI-Coin, eine blockchain-basierte Kryptowährung, die an die CO₂-Emissionsziele der UN gekoppelt ist. Dieser Coin soll Anreize zur CO₂-Reduktion schaffen und Investitionen in grüne Technologien fördern. Die Sozialidentitätstheorie hilft, kooperatives Verhalten vorherzusagen.

Präsentationsfolien

13:30 - 14:00 Uhr: ESG Smart-Hub: Herausforderungen aktueller Regulatorien im Nachhaltigkeitsmanagement aus der Sicht von Unternehmen und Prüfer*innen  

Dipl.-Ing. Werner Frühwirth, MSc, Department Applied Life Sciences – FH Campus Wien
DI Ursula Müllner, BEd MLS, Department Soziales – FH Campus Wien
Carina Schinnerer, studentische Mitarbeiterin – FH Campus Wien
Die neuen ESG-Nachhaltigkeitsrichtlinien sind für viele Unternehmen eine Herausforderung. Der ESG Smart-Hub ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der FH Campus Wien mit dem Ziel, eine Lehr-, Lern- und Vernetzungsplattform zu ESG-Themen (Environment – Social – Governance), LCA und CSRD zu etablieren. Dabei soll Wiener Unternehmen, vor allem KMUs, eine wissenschaftliche Anlaufstelle mit Erfahrung und Expertise in diesen Bereichen geboten und eine Schnittstelle zwischen prüfenden und berichtserstellenden Unternehmen geschaffen werden. Erste Ergebnisse aus der Bestandsanalyse zu den Herausforderungen aktueller Regulatorien werden im Rahmen des Vortrages präsentiert.

14:15 - 14:45 Uhr: Fleischlos glücklich? Chancen und Barrieren für nachhaltigen Konsum – ein Forschungsüberblick

Dr. Elisabeth Wolfsteiner, Institut für Marketing –  FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Mag. Sandra Holub, Institut für Marketing – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Dieser Vortrag bietet eine Übersicht über mehrere von den Vortragenden durchgeführten Publikationen und Studien, welche das Thema Akzeptanz bzw. Ablehnung von Fleischalternativen in den Fokus setzten und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. So identifiziert ein Forschungsprojekt anhand von freien Assoziationen zu Fleischalternativen drei Konsument:innensegmente und zeigt damit detaillierte Einblicke in Barrieren und Potenziale von Fleischalternativen auf. Ein weiteres Projekt untersucht den Einfluss von Geschmackserwartungen und wahrgenommenen Schuldgefühlen auf die Kaufentscheidung. Ergänzend dazu analysiert eine aktuelle Studie den Einfluss von Produktnamen, Labels und Produktbildern auf die Entscheidung für oder gegen Fleischalternativen. Durch die Kombination unterschiedlicher Perspektiven und Forschungsergebnisse entsteht ein holistischer Überblick, der sowohl individuelle als auch strukturelle Lösungsansätze aufzeigt. So bietet der Vortrag Einblicke, um die Akzeptanz von Fleischalternativen zu fördern und nachhaltige Konsummuster langfristig zu etablieren

14:45 - 15:15 Uhr: Kooperation statt Supermarkt: FoodCoops und die Zukunft der Lebensmittelversorgung

Dr. Sarah Marth, Institut für Marketing –  FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Mag. Sandra Holub, Institut für Marketing – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Im Vortrag „Kooperation statt Supermarkt“ werden Ergebnisse eines aktuellen Forschungsprojekts der FH Wiener Neustadt präsentiert. Anhand aktueller Forschungsergebnisse wird verdeutlicht, warum Konsument:innen Mitglieder von FoodCoops werden, welche Barrieren sie dabei erleben und wie FoodCoops basierend auf den Wünschen und Bedürfnissen potentieller Nutzer:innen weiterentwickelt werden können, um so die „Power of Cooperation“ zu nutzen und nachhaltige und innovative Ernährungssysteme zu fördern. Der Vortrag zeigt, wie durch die Kraft der Zusammenarbeit nicht nur nachhaltige Ernährungssysteme gefördert, sondern auch lokale Gemeinschaften gestärkt und globale Herausforderungen aktiv bewältigt werden können.

Präsentationsfolien

15:15 - 15:45 Uhr: Nachhaltigkeit mit System(dynamik) vermitteln – Grundlagen der Nachhaltigkeit in der Sekundarstufe 2

DI Dr. Emmerich Haimer, Studiengangsleiter Nachhaltige Produktion & Kreislaufwirtschaft – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Sarah Kollnig, BSc MSc PhD, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Nachhaltigkeit – FH Wiener Neustadt, Campus Wieselburg
Nachhaltigkeit ist aufgrund der Breite und der Vielfalt der Thematik für viele schwer fassbar. Diese Tatsache, gemeinsam mit der oft unüberlegten Nutzung des Begriffes, führen bei Jugendlichen häufig zu Frustration und letztendlich genereller Meidung des Themas Nachhaltigkeit. Systemdynamische Konzepte bieten eine hervorragende Möglichkeit, Nachhaltigkeit praktisch zu verstehen und nachhaltiges oder nicht nachhaltiges Handeln unmittelbar zu spüren. Nachhaltigkeit kann damit wieder interessant und vor allem greifbar werden.

Präsentationsfolien

16:15 - 16:45 Uhr: Klimakrise erzählen – Die Macht der Bilder und Geschichten

Dr.in Petra Bernhardt, Department Verwaltung, Wirtschaft, Sicherheit, Politik – FH Campus Wien
Geschichten und Bilder prägen unsere Wahrnehmung der Klimakrise – und entscheiden darüber, ob wir handeln oder zögern. Doch welche Narrative wecken Empathie und Veränderungswillen? In diesem Vortrag erkunden wir die Verbindung zwischen visueller Kommunikation und Storytelling: von schockierenden Katastrophenbildern bis zu hoffnungsvollen Zukunftsvisionen. Anhand von Beispielen diskutieren wir, wie starke Bilder und Erzählungen Menschen emotional erreichen, Denkmuster prägen und gesellschaftlichen Wandel anstoßen können. Denn unsere Zukunft hängt nicht nur von den Fakten ab – sondern davon, wie wir sie erzählen.

16:45 - 17:15 Uhr: Das EU-Lieferkettengesetz (EU CSDDD): Empowerment für eine globale Just Transition?

Prof. (FH) Dr. Mag. Johannes Jäger – FH des BFI Wien
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, welche Implikationen durch das EU-Lieferkettengesetz zu erwarten sind und wie das zu beurteilen ist. Ist das Gesetz tatsächlich ein Game-Changer, der Menschen im globalen Süden empowert und die Entwicklung in Richtung einer globalen Just Transition vorantreibt, oder ist es weitestgehend nur ein zahnloser Papiertiger? Was müsste geschehen, um die Effektivität des Gesetzes zu erhöhen und was können internationale zivilgesellschaftliche Netzwerke dazu beitragen? Der Vortrag versucht, diese Fragen systematisch zu bearbeiten und zu beantworten.

Präsentationsfolien

17:30 - 18:30 Uhr: Technologien und Strategien für die fossilfreie Energieversorgung am Beispiel Vorarlbergs

Christof Drexel, ausgebildeter Maschinenbauer, Forschung und strategische Beratung im Bereich Energie- und Klimapolitik, sowie Dekarbonisierung der Industrie – FH Vorarlberg
In diesem Vortrag wird die dynamische Modellierung einer fossilfreien Energieversorgung anhand des Beispiels des Landes Vorarlbergs vorgestellt. Dabei werden neben den erforderlichen Effizienzstrategien auch die wichtigsten Technologien zur Dekarbonisierung erläutert. Der Vortrag bietet einen Überblick über die Herausforderungen und Chancen, die mit der Umstellung auf eine fossilfreie Energieversorgung verbunden sind.

18:30 Uhr: Übergabe des Streams an FH Vorarlberg


Sustanability Day Online Event Campus 02

Sustainability Day 2024

Sustainability Day 2024 - Planet vs. Plastics

Ein Rückblick auf einen ganzen Tag Online-Programm anlässlich des Earth Day 2024

Sustanability Day Online Event Campus 02

Am 22. April 2024 fand der Sustainability Day des Bündnis Nachhaltige Hochschulen statt. Die Online-Veranstaltung stand unter dem Titel „Planet vs. Plastics“ und wurde durch die FH CAMPUS 02 organisiert. Expert:innen von neun verschiedenen Hochschulen präsentierten dazu in insgesamt elf Vorträgen die verschiedene Aspekte von Kunststoffen, ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt sowie weitere Nachhaltigkeitsthemen. Über den gesamten Tag hinweg nahmen mehr als 200 Personen an der Veranstaltung teil.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie das Bündnis Nachhaltiger Hochschulen das Wissen und die Ressourcen verschiedener Hochschulen bündeln kann. Der Sustainability Day wurde durch die enge Zusammenarbeit der Nachhaltigkeitsverantwortlichen, Lektor:innen, PR-Abteilungen, IT-Supports und Mitarbeiter:innen der Bündnishochschulen ermöglicht. Diese gemeinsame Initiative vereint die Kompetenzen der beteiligten Hochschulen und deren Schwerpunkte und schafft neue Netzwerke sowie potenzielle Projektpartnerschaften.

Nach einer Begrüßung durch Mag. Kristina Edlinger-Ploder, Rektorin der FH CAMPUS 02, und FH-Prof.in Dr.in Elisabeth Steiner, Obfrau des Bündnisses Nachhaltige Hochschulen, diskutierten die ersten vier Beiträge die Grundlagen zu Kunststoffen, deren Problematik, Kreislaufwirtschaft und Alternativen. Im Mittagsblock ging es um Regulatorien, ein Kunstprojekt, individuelle Verhaltensweisen und Finanzen. Am Nachmittag wurden in einem Diskurs zwischen Unternehmen und Umweltinstitutionen verschiedene Ansätze zum Recycling besprochen. Anschließend wurden Möglichkeiten für eine nachhaltigkeitsbezogene Verhaltensänderung aus Sicht der Psychologie vorgestellt. Abschließend wurden anhand von F&E-Projekten Möglichkeiten zur Bewertung der Nachhaltigkeit in Unternehmen aufgezeigt.

Alle Vorträge sind über die Programmseite abrufbar.

Was können wir nun konkret tun?
  • Um ins Handeln zu kommen, stellt die Umweltpsychologin Mag. Dr. Isabella Uhl-Hädicke von der Universität Salzburg Konzepte vor, wie wir den unbewussten Faktoren, die das Umweltverhalten beeinflussen, proaktiv begegnen können.
  • Wir sollten möglichst keine neuen Kunststoffe mehr produzieren, sondern bestehende wiederverwenden. Vor allem Einwegkunststoffe mit kurzer Lebensdauer sind sehr umweltschädlich. Die Recyclingquote in Österreich muss sich folglich erhöhen. Dies kann durch das kommende Pfandsystem angetrieben werden, allerdings ist das saubere Mülltrennen vor allem im Kunststoffrecycling sehr wichtig. Dadurch ist eine nachhaltige, kreislaufbasierte Nutzung von lebensmittelechten Kunststoffen möglich. Dazu plädierten Katrin Detter, MA, der FH CAMPUS Wien in ihrem Einführungsvortrag in die Kunststoffthematik, sowie Expert:innen der ALPLA Werke, des Umweltamts und der Verfahrenstechniker Dr. Christof Strabler an der FH Vorarlberg. - Individuell können wir unser Konsumverhalten ändern, weniger Einwegplastik verwenden, andere auf problematische Verhaltensweisen hinweisen und Kunststoffe getrennt sammeln.
  • Individuell können wir unser Konsumverhalten ändern, weniger Einwegplastik verwenden, andere auf problematische Verhaltensweisen hinweisen und Kunststoffe getrennt sammeln.
  • Der größte Kunststoffverbrauch liegt im Verpackungssektor mit sehr kurzer Nutzungsdauer. Getränkehersteller produzieren jährlich weltweit am meisten Einwegplastik, der folglich bei Aufräumarbeiten am Meer am häufigsten gefunden wird. Kunststoffmüll bedroht viele Ökosysteme und wirkt sich negativ auf die menschliche Gesundheit und das Klima aus. So findet der Künstler Thomas Sailer (Alumni der FH Burgenland) sogar eine Dose von 1998 im Wiener Stadtpark, welche in seinem Kunstwerk „Dreckschwein“ integriert ist. Wie wir unseren Müll reduzieren können, stellt ein junges Team der FH Burgenland vor.
  • Neben Plastikmüll enthält auch Reifenabrieb Mikroplastik, hat somit eine sehr hohe Umweltbelastung und macht Tier und Mensch krank. Um dem entgegenzuwirken, können wir vermehrt öffentliche Verkehrsmittel nutzen und bei Nutzung eines Kraftfahrzeuges das Bremsverhalten zu kontrollieren. Dies gilt auch für Kunststoffe, die alternativ zu rohölbasiertem Kunststoff aus Löwenzahn hergestellt werden. Wie man die Nachhaltigkeitsbewertung in technische F&E-Projekte durchführen kann, stellt Dr. Miriam Lettner am Beispiel einer weiteren Alternative mit Lignin vor.
  • Nachhaltige Verpackungen sind wirtschaftlich meist vom Unternehmen selbst zu tragen, da Konsument derzeit noch günstigere Verpackungen bevorzugen. Eine proaktive Reflexion des Unternehmens kann dabei helfen, diese Entscheidung bewusst zu treffen. Langfristig bietet dies den Vorteil, bei bevorstehenden gesetzlichen Regelungen bereits vorbereitet zu sein und so einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.
  • Unser (Konsum-)Verhalten und das der Unternehmen wird sich auch durch neue gesetzliche Regelungen ändern. Mit der neuen CSRD-Richtlinie werden klare Vorschriften eingeführt, die festlegen, wie Unternehmen zu Nachhaltigkeitsaspekten berichten müssen.
  • Echte Green Finance an der Börse gibt es aus Sicht des VWL-Professors Dr. Johannes Jäger nicht. Wer etwas Gutes mit seinem Geld tun will, sollte spenden, politisch aktiv werden und bewusst konsumieren.

Der Sustainability Day findet jährlich rund um den Earth Day am 22. April statt. Der Earth Day erinnert uns an die Bedeutung des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit und ermutigt uns, zusammenzukommen und Maßnahmen für einen gesünderen Planeten und eine nachhaltige Zukunft zu ergreifen.


Sustanability Day Online Event Campus 02

Sustainability Day 2024

Rückblick Sustainability Day 2024

Sustanability Day Online Event Campus 02

Anlässlich des Sustainability Day 2024 präsentierten Mitgliedshochschulen des Bündnis Nachhaltige Hochschulen am 22. April 2024 ein umfassendes und öffentlich zugängliches Online-Programm mit dem Fokus „Planet vs. Plastics“. Themenschwerpunkte umfassten Biodiversität, Naturschutz, nachhaltiger Konsum, Gesundheit, Verpackungsmitteltechnologien und Kreislaufwirtschaft.

Des Sustainability Day 2024 wurde durch die FH CAMPUS 02 organisiert.

Fakten


Termin
22. April 2024, 09:00 bis 19:00 Uhr

Ort
Online (MS Teams)

Fachhochschule Campus 02
Beiträge von
  • FH Campus Wien
  • FH Technikum Wien
  • FH Wiener Neustadt
  • FH Burgenland
  • FH CAMPUS 02
  • FH des BFI Wien
  • FH Vorarlberg
  • Universität Salzburg
  • FH Kufstein Tirol
Nachhaltigkeit SDG 4 Qualität bei der Ausbildung
Nachhaltigkeit SDG 17 Partnerschaften für die Ziele

Das Bündnis Nachhaltige Hochschulen leistet Beiträge zu

  • SDG 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
  • SDG 17.16: Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen

PROGRAMM


MONTAG, 22. April 2024

09:00 - 09:15 Uhr: Eröffnung

Moderation: Cornelius Hübner, BA, MA, Nachhaltigkeitskoordinator FH CAMPUS 02
FH-Prof. Mag. Dr. Elisabeth Steiner, DSA, Obfrau Bündnis Nachhaltige Hochschulen
Mag. Kristina Edlinger-Ploder, Rektorin FH CAMPUS 02

09:15 - 09:55 Uhr: Plastic packaging and waste in a changing world

Katrin Detter, BA, MA, Researcher im Fachbereich Verpackungs- und Ressourcenmanagement in der Arbeitsgruppe für Circularity & Resources, FH Campus Wien
In unserer modernen Gesellschaft sind Kunststoffe nicht mehr wegzudenken. Durch gestiegenes Umweltbewusstsein kommen Kunststoffverpackungen immer mehr in die Kritik. Neues Denken und Gesetze entwickeln sich weg von linearen Wertschöpfungsketten und hin zu einer kreislauffähigen Wirtschaft. Was hat sich seither verändert und was ist zu tun, um verantwortungsvoll mit Kunststoffen umzugehen?

Folien

10:00 - 10:30 Uhr: Gib Gummi! Auswirkung von Reifenabrieb auf die Umwelt

FH-Prof. Dr. Elisabeth Simböck, Leiterin des Stadt Wien Kompetenzteam für Lehre Mikroplastik und Nanopartikel als Umweltrisiken, FH Technikum Wien
Reifenabrieb ist eine Hauptquelle für den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt. Diese Studie adressiert, ob im Vergleich zu herkömmlichen Reifen aus Industriekautschuk eine vermeintlich „grüne und nachhaltige“ Alternative von Reifen aus Löwenzahn umweltverträglicher ist.

Folien

11:00 - 11:30 Uhr: Einsatz von Kunststoffen in Konsumgüter und der Umgang mit post-consumer waste

Juliana Kugi, BSc, MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang EcoDesign, FH Wiener Neustadt
Der Vortrag behandelt den Einsatz von Kunststoffen in Konsumgütern und ihre gesellschaftliche Bedeutung sowie die spezifischen Kunststoffarten, die in diesen Produkten verwendet werden. Des Weiteren wird der Kunststoffabfall von Konsumgüterkonzernen und Post-Consumer-Abfall betrachtet, wobei deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt eingehend thematisiert werden.

11:30 - 12:00 Uhr: Die Rolle der nachhaltigen Verpackung und der Einfluss auf das Kaufverhalten am Beispiel von frischen Konditorwaren

Bea Ulreich, MA, Übernehmerin eines Familienbetriebes in 4. Generation in der Konditorbranche, FH Burgenland
In dem Vortrag wir eine Masterarbeit besprochen, die das Ziel der Analyse hatte, ob eine nachhaltige Verpackung einen Einfluss auf das Kaufverhalten der Konsumenten und Konsumentinnen hat. In der Studie wurde nach der Auswertung der Ergebnisse der Praxisbezug zum unternehmerischen Alltag hergestellt, um Unternehmen bei der Umstellung auf nachhaltige Verpackungen zu unterstützen und eine Orientierungshilfe zu geben.

12:00 - 12:30 Uhr: „European Green Deal“ Eine Einführung in die aktuellen Entwicklungen der Regulatorien für die Nachhaltigkeitserklärung

Maria Lipp, BSc, MSc, Hauptberufliche Lektorin am Department Rechnungswesen & Controlling, FH CAMPUS 02
Nachhaltigkeitserklärungen und Berichte sind von ausgewählten Unternehmen in Österreich verpflichtend zu erstellen und zeigen die Tätigkeiten eines Unternehmens im Hinblick auf nachhaltige Entwicklungen. In diesem kurzen Impulsvortrag wird ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeitserklärung gegeben. Im Speziellen wird auf die neuen Richtlinien, Verordnungen sowie Standards eingegangen und aufgezeigt, für wen und ab wann die Neuerungen ihre Gültigkeit und Relevanz haben.

Folien

13:00 - 13:30 Uhr: Dreckschwein – Abfallkunst für ein sauberes Morgen

Thomas Sailer, B.A., Autor, Künstler und Freizeitpionier. Alumni der FH Burgenland
Das Werk „Dreckschwein“ von Thomas Sailer ist ein künstlerisches Statement gegen das achtlose Entsorgen von Müll und für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Es besteht aus Abfällen, die Sailer selbst, zum Großteil im Eisenstädter Schlosspark, aufgesammelt hat. Damit möchte er ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Müll sich nicht selbst beseitigt und, dass es, was die Müllverwertung anbelangt – lokal wie global – mehr Bemühungen braucht.

13:30 - 14:00 Uhr: Gemeinsam gegen Plastikverschmutzung. Auf dem Weg zu einer plastikfreien Zukunft.

DI(FH) Martin Mühl, Leitung Infrastruktur, Beschaffung & Sicherheit, FH Burgenland
Wie können wir gemeinsam gegen die waschsende Plastikverschmutzung vorgehen? Wie können wir „ALLE“ durch einfache Maßnahmen und bewusstem Konsum unseren Plastikabfall reduzieren?

14:00 - 14:30 Uhr: Green Finance: Was ist dran und wie wäre es wirksam?

Prof. (FH) Mag. Dr. Johannes Jäger, Professor und Fachbereichsleiter für Volkswirtschaftslehre, FH des BFI Wien
Green Finance wird oft als zentral für einen ökologischen Umbau der Wirtschaft erachtet. Dennoch werden auch immer wieder Zweifel laut, ob es sich hierbei nicht doch um „Greenwashing“ handle. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wo Probleme liegen und wie Green Finance tatsächlich effektiv zur Lösung von Umweltproblemen beitragen könnte.

15:00 - 16:30 Uhr: Kunststoffe – Problem oder Lösung?

Lisa Blum, ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG
Katharina Seixlinger, Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit
Markus Gruber-Brunhammer, Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit
Dr. Christof Strabler, MBA, Hochschullehrender für Verfahrenstechnik, FH Vorarlberg
Um den Planeten von einer zusätzlichen Müllproblematik zu schützen, muss ein nachhaltigerer Umgang mit dem Rohstoff Kunststoff gefunden werden. Zurzeit werden über 95 % der Kunststoffe aus Erdöl produziert. Durch die Umweltproblematik bei der unsachgemäßen Entsorgung oder die Klimaproblematik bei der thermischen Verbrennung muss ein neuartiger Ansatz gefunden werden. Dabei spielt die verschiedenen Ansätze des Recyclings eine wichtige Rolle. Im Rahmen der Vorträge wird mit führenden Vorarlberger Unternehmen und Institutionen die nachhaltige Kunststoffnutzung thematisiert. Dabei werden Themen wie die unterschiedlichen Arten des Kunststoffrecyclings (mechanisch sowie chemisch), Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen und die Mikroplastikproblematik wissenschaftlich beleuchtet. Nach den Vorträgen aus Forschung und Wirtschaft laden wir zur Diskussion ein.

Folien

17:00 - 17:50 Uhr: Warum machen wir es nicht einfach?

Mag. Dr. Isabella Uhl-Hädicke, Umweltpsychologin, Universität Salzburg
Welche oft unbewussten Faktoren beeinflussen unser Umweltverhalten und wie schafft man es trotzdem, den inneren „Umweltschweinehund“ zu überwinden? Wieso klaffen bei der Klimakrise Wissen und Handeln so oft auseinander, obwohl die Kosten des Nicht-Handelns um ein Vielfaches höher sind? Die Umweltpsychologin und Wissenschaftlerin Isabella Uhl-Hädicke widmet sich in ihrem Vortrag diesen Fragen und gibt Antworten darauf: überraschend, hoffnungsvoll und mit vielen konkreten Anwendungsbeispielen. Nach dem Vortrag laden wir zur Diskussion zu diesem Thema ein.

18:00 - 18:30 Uhr: Lignin als nachhaltige Alternative zu fossilen Kunststoffen: Perspektiven aus der Nachhaltigkeits- und Innovationsforschung

Dr. Miriam Lettner, Lektorin für Nachhaltigkeitsmanagement, FH Kufstein Tirol
Diese Studie untersucht die Potenziale der Verwendung von Lignin als nachwachsendem Rohstoff zur Substitution fossiler Kunststoffe aus Sicht der Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung. Basierend auf den Ergebnissen eines Horizon 2020 Projekts werden Informationsasymmetrien als Hindernis für die Marktdiffusion identifiziert. Zudem werden die Chancen und Herausforderungen von Nachhaltigkeitsbewertungen während der Forschungs- und Entwicklungsphase diskutiert.