Sustainability Day 2026: Ein starkes Zeichen für nachhaltige Hochschulen
Am 22. April 2026 lud das Bündnis Nachhaltige Hochschulen anlässlich des Sustainability Day 2026 erneut zu einem vielfältigen und öffentlich zugänglichen Online-Vortragsprogramm ein. Gastgeberin der diesjährigen Veranstaltung war die Hochschule für angewandte Wissenschaften St. Pölten – USTP.
Unter dem Motto – „Mit der Macht der Daten den Planeten gestalten – Steuerungsinstrumente für nachhaltige Transformation“ – präsentierten Expert:innen spannende Beiträge rund um die Themen Datenmanagement & KI, Klimawandel, Energieeffizienz und Zukunftsbilder. Die Mitgliedshochschulen des Bündnisses zeigten dabei eindrucksvoll, wie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften als Orte des Wandels aktiv zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können.
Fakten
Termin
22. April 2026, 09:00 bis 17:15 Uhr
Ort
Online (MS Teams)
- FH Technikum Wien
- MCI | Die Unternehmerische Hochschule
- FH Wiener Neustadt
- USTP
- IMC Krems
- FH Oberösterreich
- FH Salzburg
- Hochschule Burgenland
- Hochschule Campus Wien
- Vorarlberg University of Applied Sciences
Das Bündnis Nachhaltige Hochschulen leistet Beiträge zu
- SDG 4.7: Bis 2030 sicherstellen, dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben, unter anderem durch Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Lebensweisen, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt und des Beitrags der Kultur zu nachhaltiger Entwicklung
- SDG 17.16: Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung ausbauen, ergänzt durch Multi-Akteur-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen
Informationen zur Aufzeichnung und Live-Transkription der Veranstaltung
Wir möchten darauf hinweisen, dass dieses Online-Event aufgezeichnet wird und dass die Aufzeichnung auch zur Presse-Berichterstattung und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten veröffentlicht wird. Kamera und Ton von Teilnehmer*innen sind im Rahmen der Veranstaltung deaktiviert und werden nur auf eigenen Wunsch aktiviert. Schriftliche Fragen können (freiwillig) über die F&A-Funktion gestellt werden. Weiterführende Informationen zum Datenschutz können hier entnommen werden.
PROGRAMM
MITTWOCH, 22. April 2026
09:00 - 09:10 Uhr: Eröffnung
Moderation: Dipl.-Ing. (FH) Dr. techn. Viktoria Leitner
09:10 - 09:30 Uhr: Daten für den Planeten? Über Wissen, Macht und unsichtbare Perspektiven
Dr. François Veynandt, Key Researcher Department Energie & Umwelt – Hochschule Burgenland
Daten werden zu Wissen, heißt es – doch wessen Wissen zählt, wenn indigene Völker (467 Millionen Menschen) seit Generationen nachhaltig leben, ohne je in einem Dashboard aufzutauchen? Anhand ihrer Perspektive beleuchtet dieser Beitrag zwei blinde Flecken datenbasierter Nachhaltigkeitssteuerung: Was unsichtbar bleibt, wenn Wissen nicht digitalisiert ist, und Was schiefgehen kann, wenn Daten über Menschen erhoben werden, aber nicht mit ihnen. Ein Denkanstoß, um die Grenzen und Risiken unserer Datenlogik ehrlich in den Blick zu nehmen.
09:30- 09:55 Uhr: Optimistische, metaphorisch transportierte Geschichten aus der Zukunft
Dr. Martin Lu Kolbinger, Studiengangsleiter Soziale Arbeit – FH Salzburg
Daten sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Entscheidungen. Doch große Datenmengen allein führen selten zu konkretem Handeln. Der Vortrag zeigt, warum optimistische Zukunftsbilder und überzeugende Narrative eine zentrale Rolle spielen, um Motivation für nachhaltige Transformation zu schaffen. Anhand von Beispielen wird diskutiert, wie aus komplexen Daten verständliche und handlungswirksame Zukunftsbilder entstehen können.
09:55 - 10:20 Uhr: Zwischen Datenlücke und Steuerungsinstrument – EMAS und Carbon Footprint im Hochschulkontext
DI Martin Hatzl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Department Energie & Umwelt – Hochschule Burgenland
Nachhaltige Transformation braucht Daten. Gleichzeitig sind Umweltkennzahlen an Hochschulen oft unvollständig oder schwer vergleichbar. Der Beitrag zeigt am Beispiel der Hochschule Burgenland, wie Umweltkennzahlen im Rahmen von EMAS und einer Corporate Carbon Footprint Analyse erhoben und für strategische Entscheidungen genutzt werden. Trotz Unsicherheiten entsteht so eine belastbare Grundlage, um Emissionsschwerpunkte sichtbar zu machen und Verbesserungen gezielt anzustoßen.
10:20 - 10:45 Uhr: Gestaltung interaktiver ESG-Dashboards: Praxisbeispiel in Power BI
Eva-Maria Öhlinger, MA, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Controlling, Rechnungswesen und Finanzmanagement, FH Oberösterreich
Nachhaltigkeitskennzahlen sind vielfältig und komplex. Für Unternehmen stellt sich daher die Herausforderung, diese Informationen übersichtlich und entscheidungsrelevant aufzubereiten. Der Beitrag zeigt, wie interaktive ESG-Dashboards konzipiert und umgesetzt werden können. Anhand eines Praxisbeispiels mit Microsoft Power BI wird gezeigt, wie Daten strukturiert visualisiert werden und so eine fundierte Unternehmenssteuerung unterstützen.
10:45 - 11:10 Uhr: ESG messbar machen: Datenerhebung, Zusammenarbeit und Herausforderungen an der FH Technikum Wien
Lilly Grünewald, MA, ESG-Managerin – FH Technikum Wien
Wie werden Nachhaltigkeitsdaten in der Praxis erhoben, verarbeitet und sinnvoll genutzt? In dem Vortrag geben wir einen Einblick in die Schritte, die die Nachhaltigkeitsberichterstattung an der FH Technikum Wien möglich gemacht haben. Wir zeigen, welche Herausforderungen bei der Datensammlung aufgetreten sind – von der Verfügbarkeit über die Qualität bis hin zur Vergleichbarkeit der Informationen – und wie die enge Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen entscheidend war, um verlässliche Daten zu bekommen. Ziel des Vortrages ist es praxisnahe Erkenntnisse zu der Datenerhebung an Hochschulen geben – von Stolpersteinen bis zu bewährten Strategien.
11:10 - 11:40 Uhr: Datenmanagement und Nachhaltigkeitskoordination an Hochschulen zwischen Theorie und Praxis.
Gemeinsam mit Viktoria Leitner diskutieren Martin Hatzl, Victoria Englmaier, Alexander Mair & Lilly Grünewald
Eine geführte Diskussionsrunde in der auch euer Input willkommen ist.
11:40 - 12:05 Uhr: Energieeffizienz als Treiber datenbasierter Campusentwicklung
Victoria Englmaier, MSc, Projektmanagerin Geschäftsführung / Gender & Sustainability
Alexander Mair Stv. Leitung Facility Services- IMC Krems
Wie können Energiedaten dazu beitragen, Gebäude nachhaltiger zu betreiben? Am Beispiel des IMC Krems zeigt der Vortrag, wie im Rahmen des Energieeffizienzgesetzes erstmals ein Kurzbericht erstellt und Daten zum Gebäudebestand systematisch erhoben wurden. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für Entscheidungen über Sanierungs- und Umbauarbeiten. Ein Praxisbeispiel aus dem Bereich Beleuchtung zeigt zudem, wie Kosten und Nutzen von Effizienzmaßnahmen bewertet werden können.
12:05 - 12:30 Uhr: SDG-Mapping: Sustainable Development Goals (SDGs) in der Lehre sichtbar machen
Dr. Regina Obexer, Head, Center for Responsible Management & Social Impact &
Mag. Gudrun Eder, ESG & Sustainability Managerin – MCI | Die Unternehmerische Hochschule
Die Sustainable Development Goals bilden das internationale Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung. Hochschulen spielen eine wichtige Rolle, diese Ziele in der Lehre zu verankern und als Transformationsakteure wirksam zu werden. Der Beitrag zeigt, wie SDG Mapping genutzt werden kann, um Nachhaltigkeit systematisch in Studiengängen sichtbar und messbar zu machen. Damit entsteht eine Grundlage, um den Beitrag von Hochschulen zur nachhaltigen Entwicklung gezielt weiterzuentwickeln.
13:00 - 13:30 Uhr: Zoom statt Doom (RELOADED)? Ein Einblick in die Bedeutung digitaler Lern- und Lehrformate für klimaneutrale Hochschulen
Dr. Karl Michael Höferl, Studiengangsleiter Global Sustainability and Circular Business – IMC Krems
Wie klimawirksam sind Online- und Präsenzlehre wirklich? Am Beispiel des IMC Krems zeigt der Vortrag, welche CO2-Einsparungen durch eine schrittweise Verlagerung von Präsenz- zu Online-Lehrformaten realistisch sind. Dafür wird das Greenhouse Gas Protocol erstmals systematisch auf Lehrveranstaltungstypen angewendet und hochschulspezifischen Emissionsfaktoren hinterlegt. Im Vortrag werden erste, durch Monte-Carlo Simulationen gewonne Ergebnisse zu hochschulweite Emissions- und Kosteneffekten vorgestellt. Mit diesem Beitrag soll der Diskussion zur Rolle der digitale Lehre als Baustein eines strategischen Klimamanagements im Hochschulsektor Raum gegeben werden.
13:30 - 14:00 Uhr: Green Education and Transition - A Higher Education Digital Buddy
Dr.-Ing. Elias Eder, Senior Scientist – Vorarlberg University of Applied Sciences
GET AHED steht für Green Education and Transition – A Higher Education Digital Buddy: Präsentiert werden Ergebnisse aus dem Erasmus+ Projekt, in welchem eine Online-Plattform entwickelt wurde, die Tools, Methoden und Best Practices enthält, welche Hochschulen beim Umsetzen institutioneller Strategien zur Verbesserung der ölologischen Nachhaltigkeit unterstützen sollen.
14:00 - 14:30 Uhr: Made with Love?
Mag. Sandra Holub, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Marketing
Julia Krall MA, Studiengangsleitung Consumer Research & Data Driven Marketing -Fachhochschule Wiener Neustadt
Produktionsweisen von Lebensmitteln sind für Konsumentinnen und Konsumenten meist nicht direkt sichtbar. Ihre Wahrnehmung entsteht daher vor allem durch Kommunikation über Herstellungsprozesse. Der Beitrag zeigt Ergebnisse eines Experiments, das untersucht, wie Hinweise auf handwerkliche oder industrielle Produktion Qualitätswahrnehmung, Kaufabsicht und Zahlungsbereitschaft beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass handwerkliche Herstellung deutlich positiver bewertet wird, insbesondere wenn der Herstellungsprozess als sorgfältig und engagiert wahrgenommen wird.
14:30 - 15:00 Uhr: Der Digitale Produktpass – Auf dem Weg zu einer datenbasierten Kreislaufwirtschaft
FH-Prof. Mag. Dr. Tassilo Pellegrini, Co-Leiter Institute for Innovation Systems, University of Applied Sciences St. Pölten
Spätestens ab 2028 müssen produzierende Unternehmen Ökodesign-Auflagen (Kreislaufführung) verpflichtend umsetzen. Eine zentrale Maßnahme ist die Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP). Dieser wird ab 2027 für Batterien und Baustoffe Pflicht und wird in den darauffolgenden Jahren für weiter Produktgruppen ausgerollt. Der Vortrag erläutert Motivation, rechtliche und technische Grundlagen des DPPs, vergleicht unterschiedliche DPP-Initiative und gibt nützliche Tipps, wie sich Unternehmen darauf vorbereiten können.
15:15 - 15:45 Uhr: Nachhaltigkeitsprobleme bottom-up adressieren: eine informationssystembasierte Theorie - iRBV
Prof. Dr. Yevgen Bogodistov, Strategic Management & Organisational Behaviour, MCI | Die Unternehmerische Hochschule
Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmen durch den Einsatz global verfügbarer Technologien wie künstlicher Intelligenz und Blockchain Nachhaltigkeitsdaten systematisch nutzen können, um Klimaschutz aktiv in ihre Strategien zu integrieren. Aufbauend auf einer Erweiterung des Resource-Based und Capability-Based View hin zu einem informationssystembasierten iRBV diskutiert Prof. Dr. Bogodistov , wie externe Effekte wie CO₂-Emissionen durch datenbasierte Steuerungsinstrumente internalisiert werden können. Anhand von Praxisbeispielen wird illustriert, wie Blockchain zur Nachverfolgung von CO₂-Fußabdrücken oder KI zur Förderung nachhaltiger Geschäftsentscheidungen eingesetzt werden kann. Damit adressiert der Vortrag insbesondere innovative Ansätze zur Nutzung und Vermittlung von Nachhaltigkeitsdaten sowie die Rolle digitaler Tools für nachhaltige Transformation.
15:45 - 16:15 Uhr: Klimawandel und Kleinwasserkraftwerke
DI Dr. Bernward Asprion, Researcher Forschungsgruppe Data Intelligence
Isabella-Maria Enne, BSc Teaching and Research Assistant – University of Applied Sciences St. Pölten
Der Klimawandel verändert Niederschlag, Abflussmengen und damit die Grundlagen der Wasserkraft. Das Forschungsprojekt KliWaSim untersucht, wie sich diese Veränderungen auf Kleinwasserkraftwerke auswirken und welche Folgen das für die Energieproduktion hat. Mithilfe von Machine Learning und Klimaszenarien werden zukünftige Wassermengen und Erträge für Flüsse wie Traisen und Kamp prognostiziert. Die Ergebnisse unterstützen Betreiberinnen und Betreiber dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und Anlagen an veränderte Bedingungen anzupassen
16:15 - 16:45 Uhr: Kultur als zentrales Element einer nachhaltigen Transformation
Sarah Kollnig PhD, Senior Researcher & Lecturer Institut für Nachhaltigkeit – Fachhochschule Wiener Neustadt
Kultur prägt unseren Alltag und beeinflusst, wie nachhaltig unsere Gesellschaft ist. Der Vortrag zeigt, wie soziale Routinen entstehen und warum ihre Veränderung für eine nachhaltige Transformation entscheidend ist. Beispiele aus dem Ernährungssektor in Bolivien und Schweden verdeutlichen, wie neue Praktiken entstehen können, etwa durch direkten Austausch zwischen Produzentinnen und Produzenten sowie Konsumentinnen und Konsumenten. Abschließend wird diskutiert, wie kulturelle Nischen entstehen können, in denen nachhaltige Alternativen wachsen.
16:45 - 17:15 Uhr: ESG SmartHub: Praxisnahe Unterstützung für datenbasierte Nachhaltigkeitsberichterstattung - Massive Open Online Course (MOOC)
Antonia Trentini, BSc MA., Researcherin – Hochschule Campus Wien
Nachhaltigkeitsberichterstattung stellt viele Unternehmen vor neue Herausforderungen. Der Vortrag stellt das Projekt „ESG SmartHub“ vor, das als zentrale Plattform praxisnahe Unterstützung zu ESG-Themen bietet. Ein besonderer Fokus liegt auf dem im Projekt entwickelten Massive Open Online Course (MOOC), der seit Dezember 2025 verfügbar ist. Der kostenlose, modular aufgebaute Online-Kurs bündelt Wissen zu ESG, vermittelt Grundlagen sowie vertiefende Inhalte und bietet dadurch praxisnahe Unterstützung für eine datenbasierte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Stärkung nachhaltiger Unternehmenspraxis, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.